Tanz auf der Rasierklinge: Ein Arbeitstag der norwegischen Skitechniker

Ihre Arbeit gleicht dem Tanz auf einer Rasierklinge. Die Skitechniker der Norwegischen Biathleten um ihren Chef Tobias Fenre Dahle sind entscheiden mit über Sieg oder Niederlage der Biathleten. Gerade im Weltcup Zirkus wird von ihm und seinem Team alles abverlangt. Wöchentlich andere Wettkampforte, andere Strecken und andere Schneeverhältnisse.

„Was die Jungs leisten, ist aller Ehren wert“ so Sportdirektor Per-Arne Botnan. Wie diffizil der Job eines Skitechnikers ist zeigte sich gleich zu Beginn der Weltcup Saison 2021 / 2022 im schwedischen Östersund. So war es, dass die Norweger mit den äußeren Bedingungen und der Kälte nicht so zurecht kamen, der Konkurrenz in den ersten Rennen etwas hinterher hinkten und so klappte es nicht wie gewünscht.

Die spiegelglatte Loipe machte allen etwas zu schaffen. Vorwürfe an die Techniker gab es jedoch keine. Schnee hat für Tobias Fenre Dahle mehr als 100 verschiedene Gesichter. Je nach Temperatur, Alter und Verschmutzungsgrad ändern Schneekristalle ihre Eigenschaften, so der 35-jährige, der selbst ein erfolgreicher Langläufer war, ehe er sechs Jahre als Serviceleiter einer bekannten Skifirma wirkte. Seine Erfahrung bringt er jetzt ebenfalls auch schon wieder im sechsten Jahr im Serviceteam der Norwegischen Biathleten mit ein. Es ist ein Team das aus acht Kollegen besteht, für die er die Verantwortung trägt, dass alles richtig läuft, damit die Sportler ordentliches Material unter den Füßen haben.

„Wir analysieren den Schnee, klassifizieren die Schneekörner und stimmen das Wax und die Schliffe entsprechen mit den verschiedenen Belägen ab. Eine große Rolle spielt dabei auch die Lufttemperatur, die sich ständig ändert und somit einen starken Effekt auf die Schneeoberfläche haben kann. Und genau das ist eine Herausforderung, wenn man weiß, der Start ist um zwölf Uhr, du aber schon um neun Uhr die Ski hergerichtet und getestet hast. Man muss hier auch ein gewisses Fingerspitzengefühl mitbringen, aber das eignet man sich im Laufe der Jahre an. Im großen und ganzen haben wir immer ein gutes Mittelmaß gefunden und sprechen uns natürlich im Vorfeld mit unseren Athleten ab. Unser Team betreut vier Gruppen an Athleten, und ist für ihr Material verantwortlich.“ so Tobias Dahle.  Selbst ist der Cheftechniker verantwortlich für die Skier von Erlend Bjoentegaard, Vetle Sjaastad Christiansen, Sturla Holm Laegreid, Ida Lien und Ingrid Tandrevold.

 

„Zudem haben wir eine Kooperation mit dem Chinesischen Biathlon Verband und präparieren somit auch die Ski für das Team von Ole Einar Bjoerndalen.“ Fügt der Cheftechniker hinzu. In einem speziellen Wachstruck befinden sich bis zu 1000 Paar Ski davon werden pro Wettkampftag bis zu 250 Paar bearbeitet. „Das ist bei uns mittlerweile Routine.“ Meint Tobias.

Der Weltcup ist nicht nur für die Sportler, sondern auch für das Serviceteam und dem Team hinter dem Team eine unermüdliche und enorme Herausforderung. Die Crew verlässt als Letztes die Wettkampfstätte und das Stadion, weil enorm viel transportiert werden muss. Dann müssen sie bereits am nächsten Tag in der Früh schon wieder in der Wachskabine stehen, um die Ski für die Athleten zu testen. „Unsere Techniker lesiten wirklich viel“ betont Sportdirektor Per-Arne Botnan „und das sollte der Weltverband, die IBU bei ihren Terminplanungen berücksichtigen.“ Doch alle Anstrengungen sind vergessen, wenn es Erfolge zu feiern gibt. Und von diesen gab es in der Vergangenheit nicht wenige, sondern viele Siege und Medaillen bei Olympia, Weltmeisterschaften und den Weltcups. Das ist dann der verdienst der täglichen harten Arbeit hinter den Kulissen.

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