Sigi Heinrich-Blog: ISPO-Pokal für Björndalen

Bisher war es ja so: Immer wenn Ole-Einar Björndalen eine Medaille gewann oder einen Pokal, ging er mit den neu erworbenen Auszeichnungen zu Hause in den Keller und verstaute sie in einer Tasche weit hinten in der Ecke. Der Grund war einfach:

Ich wollte sie nicht sehen, ich wollte hungrig bleiben und noch mehr gewinnen“,

erzählte der KinetiXx-Botschafter während einer Gala in München, die ihm noch einmal eine Würdigung seiner großen Karriere bescherte. Björndalen bekam den ISPO-Pokal von Klaus Dittrich, dem Geschäftsführer der ISPO, überreicht. Perr Wiik, Marketing-Manager der Skifirma Madshus und langjähriger Weggefährte, hielt eine emotionale Rede und bat Björndalen noch während seines Vortrages auf die Bühne. Und noch einmal wurde allen klar, dass es nicht nur die vielen beeindruckenden Erfolge waren, die den Norweger auszeichneten, sondern vielmehr auch seine stets vorbildliche Einstellung.

Er war immer ein Perfektionist“;

sagte Wiik und wies auch daraufhin, dass die Zusammenarbeit mit Björndalen deshalb auch von vielen Diskussionen geprägt war. Es hat sich aber gelohnt. Björndalen gewann in seiner Laufbahn acht olympische Goldmedaillen, vier in Silber, eine in Bronze. Dazu kamen 94 Weltcupsiege im Biathlon und einer im Langlauf, der ihm immer sehr viel bedeutete. Den Gesamtweltcup sicherte er sich sechsmal. Es war zu spüren, dass ihn die Welle der Sympathie, die ihm in München entgegen brandete, sichtlich berührte.

Biathlon war nie ein Job, es war immer ein Hobby, eine Leidenschaft“,

bekannte Björndalen, der in einer großen Reihe bekannter Athleten steht, die den ISPO-Pokal bekommen haben. Seine Landsleute Birger Ruud (Skispringen) und Björn Dählie (Langlauf) gehören dazu. Die Begeisterung für neue Entwicklungen und ständige Produktverbesserungen wird er künftig auch bei Kinetixx in seiner charmanten Art und Weise einbringen. Stets aufgeschlossen, auch fordernd und immer neugierig. Seinen Nachfolgern in der Loipe und am Schießstand wird das zugutekommen. Nur eine Frage war letztlich noch offen. Wohin jetzt mit dem Pokal und was ist mit den alten Medaillen in der Tasche im Keller?

„Ich habe ja aufgehört, jetzt kann ich sie rausholen“;

sagte Björndalen lächelnd. Freilich wartet dabei viel Arbeit auf ihn. Er muss kräftig entstauben.

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