Perfekte Konkurrenz

Sigi Heinrich Blog: Man stelle sich vor, Lionel Messi und Christian Ronaldo spielen gegeneinander. Und egal wie das Spiel dann endet: Sie treffen sich nach dem Match vor ihrem Hotel, in dem sie gemeinsam logieren und köpfen eine Flasche Schampus vor Freude über den Auftritt, den sie ihren Fans gerade geboten hatten. Alle sind gut drauf, prosten sich zu. Eitel Wonne und Sonnenschein. Natürlich wird das nie passieren, denn die beiden sind ja schließlich die größten Konkurrenten, auch wenn es immer darum geht, wer wird Weltfußballer des Jahres. Wenn nämlich Messi gewinnt, geht Ronaldo gar nicht erst zur Gala. Umgekehrt natürlich auch. Vielleicht sollte man beide mal zum Biathlon einladen. Die Szene wie oben beschrieben funktioniert nämlich tatsächlich zwischen zwei großen Konkurrenten. Martin Fourcade und Johannes Thingnes Boe. Nach dem Einzelrennen, das der Franzose gewann vor dem Norweger spritzten beide ausgelassen mit ihren Sprudel herum und bobachteten gleichzeitig ein Feuerwerk, das Ihnen zu Ehren den Himmel erleuchtete. Wie zwei Lausbuben führten sie sich auf. Schön war das anzusehen. Kinetixx hat daran auch einen großen Anteil, denn beide vertrauen mittlerweile auf unsere Produkte, weshalb Norweger und Franzosen auch gemeinsam während dieser Tage in Antholz am Tisch saßen, um ihre Kinetixx-Autogrammkarten zu unterschreiben. Sie wohnen nämlich tatsächlich im gleichen Hotel, dem „Falkensteiner“, nur einen Schneeballwurf entfernt von der Südtirol-Arena. Man sieht sich beim Frühstück, beim Warmlaufen, beim Wettkampf und meist auch bei der Siegerehrung und der anschließenden Pressekonferenz und manchmal hat man den Eindruck, dass beide Teams diese Situation genießen. Als etwa Marte Olsbu-Roseland ihren Verfolger gewann und Emilien Jaquelin seinen Wettkampf knapp vor Johannes Thingnes Boe, wurden abends zwei Kuchen aufgetischt. Einer mit der norwegischen und einer mit der französischen Flagge. Jaquelin schnitt die norwegische Torte an und Roseland wetzte das Messer für die französische Kalorienbombe.. Irgendwie setzen beide Mannschaften das fort, was wir auf der Tribüne an jedem Wettkampf erleben.. Die BIathlonfans verstehen sich. Sie stehen friedfertig nebeneinander, sie schnunkeln gemeinsam, sie feuern miteinander jeden Sportler an, gleich welcher Nation und sie tanzen miteinander, singen miteinander später im Festzelt zu rockiger und schmissiger Musik. Überall ist nur Freude spürbar. Auch hier setzen die Biathleten Maßstäbe und sind der Fußballwelt weit, sehr weit voraus. Während Fußballfans bei einem schlechten Spiel und einer drohenden Niederlage oft vorzeitig ihr Stadion verlassen, bleiben die Zuschauer im Biathlon bis zur Siegerehrung, nachdem sie schon drei, ja sogar vier Stunden vorher ihren Platz eingenommen haben. Egal wie die Rennen ausgegangen sind. Dass die Aktiven, die Protagonisten dieses Sports, dass die Stars höchstpersönlich auf ihre Weise die gute Stimmung aufnehmen und sich davon anstecken lassen, ist schon sehr besonders. Sie sind damit auch die besten Vorbilder. Man sollte Messi, Ronaldo und Co vielleicht mal ein paar Freikarten für Biathlon spendieren, damit sie sehen, wie würdevoll und freundlich man miteinander umgehen kann trotz einer extrem intensiven Konkurrenzsituation. Wir würden den beiden auch ein paar Handschuhe geben
Foto: K. Voigt.

 

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