{"id":897,"date":"2019-12-02T08:56:11","date_gmt":"2019-12-02T08:56:11","guid":{"rendered":"http:\/\/wintersport.news\/?p=897"},"modified":"2019-12-02T08:56:11","modified_gmt":"2019-12-02T08:56:11","slug":"weihnachten-im-wintersport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/weihnachten-im-wintersport\/","title":{"rendered":"Weihnachten im Wintersport"},"content":{"rendered":"<p>Weihnachten: Das ist \u2013 abgesehen von seinem Stellenwert f\u00fcr Christen in aller Welt \u2013 auch das Fest der Liebe, des Friedens, der Besinnung.\u00a0 Die Vorweihnachtszeit dagegen ist im richtigen Leben oft genug der pure Stress. Geschenke wollen besorgt, das Fest vorbereitet, Oma und Opa beherbergt und bek\u00f6stigt werden und oft genug h\u00e4ngt der Haussegen alleine schon deshalb schief, weil damit zu rechnen ist, dass Erbtante Elfriede alle Jahre wieder p\u00fcnktlich zu den Feiertagen \u00fcber die Familie herf\u00e4llt und aus diesem Grunde die Stimmung daheim schon vor dem Fest ungef\u00e4hr so frostig ist, wie die Temperaturen bei Santa Claus am Nordpol.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch eine Spezies, die hat im Advent gar keine Gelegenheit, sich mit derlei Petitessen zu besch\u00e4ftigen. Vielmehr besch\u00e4ftigen sich Wintersportler im Dezember eher mit Flugpl\u00e4nen, Hotelbuchungen, dem Wetterbericht und nat\u00fcrlich mit der Konkurrenz. Beispielsweise Richard Freitag. Der Skispringer kommt aus Sachsen, genauer gesagt aus dem Erzgebirge. Das gilt gemeinhin als Weihnachtsland, \u00a0gepr\u00e4gt von Schwibb\u00f6gen und R\u00e4ucherm\u00e4nnchen, von Weihnachtsm\u00e4rkten mit Pyramiden, Glaskugeln und allerlei Schmuck f\u00fcr den Weihnachtsbaum, von Zimtsternen, Zuckerwatte, Nussknackern und Christstollen. Freitag kennt das alles eigentlich nur noch vom H\u00f6rensagen. Denn seit 2009 ist der inzwischen 28-j\u00e4hrige im Weltcup unterwegs. Und da lautet in diesem Jahr die Reiseroute an den Advents-Wochenenden: Kuusamo \u2013Nishny Targil \u2013 Klingenthal \u2013 Engelberg. Der letzte Trip, der in die Schweiz, endet am 23. Dezember, dann erst kehrt das ein, was man gemeinhin Besinnlichkeit nennt.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte also glauben, Skispringer h\u00e4tten mit Weihnachtsmann und Christkind nichts am Hut, aber weit gefehlt: \u201eEgal wo wir sind, \u00fcberall ist es festlich geschm\u00fcckt, es riecht f\u00f6rmlich nach Weihnachten und Schnee haben wir eigentlich auch immer, da kommt schon so etwas auf, wie weihnachtliche Stimmung\u201c, meint der Sachse und erg\u00e4nzt, man sei zwischen den Springen ja auch ein paar Tage daheim, das w\u00fcrde dann f\u00fcr Vieles entsch\u00e4digen. Richard Freitag muss in den wenigen Tagen zwischen den Springen aber auch gleich noch wahre Wunder vollbringen \u2013 beispielsweise die Geschenke besorgen. \u201eDas schaffe ich in den freien Tagen auch immer noch und wenn nicht, gibt es ja noch die M\u00f6glichkeit &#8222;online zu ordern\u201c, sagt der geb\u00fcrtige Erlabrunner. Letzteres sei aber nur die absolute Notvariante.<\/p>\n<p>Das Fest selbst kann Freitag dann genie\u00dfen; wenngleich wiederum ein wenig anders als bei Familie Otto Normalverbraucher. Denn w\u00e4hrend nach Heiligabend und Bescherung der erste Feiertag oft ausschlie\u00dflich der Entspannung dient\u00a0 &#8211; es sei denn, besagte Erbtante treibt noch ihr Unwesen \u2013 zieht es Richard Freitag wie die anderen Spitzenspringer auch schon wieder zum Training. Die Vierschanzentournee steht an, einer der gro\u00dfen Saisonh\u00f6hepunkte, folglich wird durchtrainiert. Was wiederum dabei hilft, die Kalorien zu verbrennen, die zwangsl\u00e4ufig ins Spiel kommen, wenn an den Weihnachtsbraten gedacht wird. Im Hause Freitag verzichtet man \u00fcbrigens auf das erzgebirgische \u201eNeunerlei\u201c (sprich: \u201eNeinerlaa\u201c). Das\u00a0 ist ein alter Weihnachtsbrauch, der im Erzgebirge sowie teilweise auch im Vogtland und im Egerland am Heiligabend gepflegt wird. Kern des Neunerlei\u00a0 ist ein Weihnachtsessen aus neun Gerichten oder deren Bestandteilen, die stark variieren k\u00f6nnen.\u00a0 Stattdessen gibtes bei Freitags entweder Wild oder einen z\u00fcnftigen Hasenbraten, die original Gr\u00fcnen Kl\u00f6\u00dfe aus dem Erzgebirge sind allerdings ein \u201eMuss\u201c. Allerdings gilt es Ma\u00df zu halten, schlie\u00dflich will Richard ein paar Tage sp\u00e4ter nicht mit \u00dcbergewicht und einer halben G\u00e4nsekeule als Rucksack in Oberstdorf starten. \u00dcberhaupt Oberstdorf: Die Tournee ist nat\u00fcrlich auch an den Feiertagen allgegenw\u00e4rtig, durchaus drin, dass man am ersten Feiertag schon mal eine Woche vorausdenkt, ans Neujahrsspringen und dort will sich Richard Freitag nat\u00fcrlich von seiner besten Seite zeigen.<\/p>\n<p>Klingt alles wenig besinnlich, wenig erholsam, klingt nach \u201eBusiness as usual\u201c. Aber Richard Freitag ist mit sich im Reinen, er vermisst nichts. \u201eAlles eine Frage der Disziplin!\u201c, so der Sachse. Um dann doch zu gestehen, manchmal schon an die Zeit nach der sportlichen Karriere zu denken. Und sich darauf zu freuen, mal ein paar Wochen am St\u00fcck an einem Ort zu vollbringen und vor Weihnachten ausschlie\u00dflich an Bescherung, Gl\u00fchwein, den Besuch von Weihnachtsm\u00e4rkten und das Verpacken der Geschenke zu denken und nicht immer daran, ob in den Sporttaschen auch alle wesentlichen Reiseutensilien vollst\u00e4ndig eingepackt sind.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weihnachten: Das ist \u2013 abgesehen von seinem Stellenwert f\u00fcr Christen in aller Welt \u2013 auch das Fest der Liebe, des Friedens, der Besinnung.\u00a0 Die Vorweihnachtszeit dagegen ist im richtigen Leben oft genug der pure Stress. 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