{"id":853,"date":"2019-11-26T13:21:17","date_gmt":"2019-11-26T13:21:17","guid":{"rendered":"http:\/\/wintersport.news\/?p=853"},"modified":"2019-11-26T13:34:24","modified_gmt":"2019-11-26T13:34:24","slug":"winterauktakt-bei-den-skispringern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/winterauktakt-bei-den-skispringern\/","title":{"rendered":"Winterauftakt bei den Skispringern"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt beginnt er also richtig, der neue Skiwinter. Denn in Wisla in Polen durften die Skispringer zum ersten Mal ran und rein in den Schnee. Naja, theoretisch zumindest. Denn Schnee ist genau das, was fehlte beim Weltcupauftakt der Schanzenartisten. Temperaturen im zweistellen Plusbereich tags\u00fcber, dazu auch frostfreie N\u00e4chte \u2013 das Wetter trieb den Organisatoren ebenso die Schwei\u00dfperlen auf die Stirn, wie die Frage, ob man f\u00fcr den Weltcup trotz der Witterung vern\u00fcnftige Konditionen anbieten kann.<\/p>\n<p>Es war damit zu rechnen, dass die Gastgeber das irgendwie stemmen werden. Die Anlaufspur gibt es in Wisla inzwischen witterungsunabh\u00e4ngig, was bleibt, ist die Pr\u00e4paration des Aufsprung-Hangs. Und wenn es in der reichlich 400 Meter hohen Stadt, die ihren Namen vom Flu\u00df Weichsel hat, der ganz in der N\u00e4he entspringt, eben keinen Schnee gibt, dann kann man in unmittelbarer N\u00e4he nachschauen, denn die Schlesischen Beskiden bieten Gipfel bis zu 1.200 Metern H\u00f6he. Oder man weicht in die Hohe Tatra aus, und karrt die wei\u00dfe Pracht von dort heran. Was allerdings zur Kardinalfrage f\u00fchrt und die kann im Zeitalter der verst\u00e4rkten Hinwendung zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit nur lauten: Muss das sein?<\/p>\n<p>Die einfachste Antwort lautet: Nat\u00fcrlich nicht! Aber ganz so einfach ist die Gemengelage eben nicht. Denn sowohl die Gastgeber, als auch die Veranstalter haben sich bei ihren \u00dcberlegungen, den Weltcupauftakt nach Mitteleuropa zu holen, etwas dabei gedacht. Skispringen ist das Premium-Produkt im Nordischen Bereich, den Focus der \u00d6ffentlichkeit gleich zum Saisonstart auf die Disziplin Nummer 1 zu legen, erscheint logisch. Und eine Woche sp\u00e4ter \u2013 in der finnischen Nacht von Ruka beziehungsweise Kuusamo \u2013 fehlen Atmosph\u00e4re und Fans, ist das Springen zudem traditionell auch nicht sicher, weil die Polarwinde im hohen Norden des Kontinents nicht nur den Polarf\u00fcchsen unangenehm um die Nase wehen, sondern eben auch den Skispringern, die auf der gro\u00dfen Schanze schon \u00f6fter Verschiebungen oder gar Ausf\u00e4lle der Wettbewerbe hinnehmen mussten. Grunds\u00e4tzlich aber bleibt die Antwort auf die Frage: Wie umgehen mit dem sich wandelnden Klima? Und es bleibt die Erkenntnis, dass es einfache L\u00f6sungen f\u00fcr das Problem nicht gibt, zumindest nicht in Zentraleuropa. Was aber auch bleibt, ist die Hoffnung, dass es k\u00e4lter wird in den n\u00e4chsten Wochen und dann in Neustadt-Titisee oder Klingenthal ohne \u00fcberbordenden Aufwand sch\u00f6ne Wettbewerbe stattfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-855\" src=\"http:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Goldberger-und-Roscher-1.jpg\" alt=\"\" width=\"3072\" height=\"2304\" srcset=\"https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Goldberger-und-Roscher-1.jpg 3072w, https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Goldberger-und-Roscher-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Goldberger-und-Roscher-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Goldberger-und-Roscher-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Goldberger-und-Roscher-1-370x278.jpg 370w, https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Goldberger-und-Roscher-1-760x570.jpg 760w\" sizes=\"(max-width: 3072px) 100vw, 3072px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>JUBILARE<\/strong><\/p>\n<p>Neben den Wettk\u00e4mpfen und den speziellen Wetterbedingungen, die bei vielen f\u00fcr Unmut sorgten, gab es aber auch spannende Geschichten am Rande des Weltcup-Geschehens.<\/p>\n<p>Walter Hofer war sichtlich ger\u00fchrt, als er beim offiziellen Empfang im Rahmen des Skisprung-Weltcups in Wisla nach vorn gebeten wurde. Zwar verstand der \u00d6sterreicher nur bruchst\u00fcckhaft, was ihm seine Laudatoren in sprudelndem Polnisch zu sagen hatten, der Anlass war aber klar: Hofer startete in Wisla in seine letzte Weltcupsaison als Koordinator des Weltverbandes FIS. Und im Herbst seiner Karriere als Skisprung-Funktion\u00e4r h\u00e4ufen sich die Ehrungen. In Polen bekam der 64-j\u00e4hrige einen geschnitzten Schneestern geschenkt. Klingt zun\u00e4chst mal nicht sonderlich ideenreich, doch das Holz, aus dem der Schneekristall \u2013 Durchmesser rund 25 Zentimeter \u2013 geschnitzt wurde, ist stolze 6.600 Jahre alt. Hofer wurde der Applaus der versammelten Skisprung-Prominenz zuteil und \u00d6sterreichs einstiger \u00dcberflieger, Andreas Goldberger, inzwischen f\u00fcr den ORF als Experte, Vorflieger und Co-Kommentator am Start, witzelte, nach Ende der Saison werde Hofer wohl mehr Pokale eingeheimst haben, als er selbst zu seinen Glanzzeiten. Der FIS-Skisprungdirektor aus K\u00e4rnten war in Polen aber nicht der einzige Jubilar aus der Alpenrepublik, der zum Saisonstart Grund zum Feiern hatte. Auch Michael Roscher wurde gehuldigt. Mit dem Namen Roscher k\u00f6nnen hierzulande wohl nur wenige etwas anfangen, in \u00d6sterreich dagegen kennt ihn jedes Kind. Denn der 46-j\u00e4hrige ist Fernsehkommentator des ORF und seit 2001 an den Schanzen der Welt dabei. Olympische Spiele, Weltmeisterschaften, Vierschanzentournee, Weltcups &#8211; \u00a0Roscher hat so ziemlich alle H\u00f6hen und Tiefen der rot-wei\u00df-roten Adler aus der Alpenrepublik als Fernsehkommentator begleitet, stimmgewaltig, kritisch, aber nie verletzend, emotional, mitfiebernd, immer auf der H\u00f6he, immer mit dem Schuss Humor, den sie in Wien \u201eSchm\u00e4h\u201c nennen. Seine Wortgewalt verdankt der M\u00f6dlinger m\u00f6glicherweise seinen journalistischen Anf\u00e4ngen als Radiomoderator. Inzwischen aber ist das Fernsehen Roschers Metier und in Wisla war es nun soweit. Es gab Blumen und Gl\u00fcckw\u00fcnsche, denn der Weltcup-Auftakt in den Schlesischen Beskiden war der 500. Wettbewerb, den er f\u00fcr \u00d6sterreichs Fernsehzuschauer kommentieren durfte. Dass ihm die Skispringer aus seinem Heimatland passend zum runden Jubil\u00e4um auch noch einen Weltcupsieg schenkten, ist fast schon unter der Rubrik \u201eKitsch\u201c abzulegen. Roscher kann \u00fcbrigens mehr als nur Springen kommentieren. Dar\u00fcber hinaus h\u00f6rt man ihn auch als Fu\u00dfball, Tischtennis oder Reitreporter, aber seit nunmehr 15 Jahren gilt: Immer wenn es Winter wird, dann zieht es Roscher geradezu magisch an die Schanzen. Seit einigen Jahren mit Andreas Goldberger an seiner Seite, Michi und Goldi bilden seither das ORF-Skisprung Dreamteam. Wobei die \u00d6sterreicher als einzige Nation mit Goldberger einen fliegenden Reporter am Start haben. Und worauf freut sich Michael Roscher am Beginn einer Saison ohne Weltmeisterschaften und Olympische Spiele? Nat\u00fcrlich auf die Vierschanzentournee und das Skifliegen in Planica \u2013 diese WM gibt es ja doch. 30 Einzelwettbewerbe und sechs Teamspringen sind es in diesem Winter, nur in Willingen wird die Skisprungstimme des ORF nicht dabei sein. Da sind Schulferien und da geh\u00f6rt der Fernsehmann seinen Kindern.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt beginnt er also richtig, der neue Skiwinter. Denn in Wisla in Polen durften die Skispringer zum ersten Mal ran und rein in den Schnee. Naja, theoretisch zumindest. Denn Schnee ist genau das, was fehlte beim Weltcupauftakt der Schanzenartisten. 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