{"id":708,"date":"2019-03-24T21:37:16","date_gmt":"2019-03-24T21:37:16","guid":{"rendered":"http:\/\/wintersport.news\/?p=708"},"modified":"2019-07-17T08:30:21","modified_gmt":"2019-07-17T08:30:21","slug":"sigi-heinrich-blog-wachabloesungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/sigi-heinrich-blog-wachabloesungen\/","title":{"rendered":"Sigi Heinrich-Blog: Wachabl\u00f6sungen"},"content":{"rendered":"<p>Wir schlagen ein neues Biathlon-Kapitel auf. Nichts ist nach dieser Saison so, wie es fr\u00fcher einmal war. Als h\u00e4tte jemand dem Establishment den Teppich unter den F\u00fcssen weggezogen um neuen Namen an der Spitze Platz zu machen. Entscheidungen fielen, die sporthistorischen Charakter haben. Bei den Damen dominierten in der Vergangenheit\u00a0 immer die grossen Biathlon-Nationen Norwegen, Deutschland, Frankreich und Schweden in der Wertung des Gesamtweltcup. Vorbei. Eine kleine Mannschaft aus Italien bezwang die Riesen. Dorothea Wierer wurde die erste italienische Weltcup-Gesamtsiegerin und um den Erfolg der Mannschaft des ruhigen und stets gelassenen Trainers Andreas Zingerle zu unterstreichen, belegte Lisa Vitozzi auch noch den zweiten Platz. Und ja, es kam \u00fcberraschend. F\u00fcr alle. Denn nach den Olympischen Spielen ver\u00e4nderte sich das Betreuerteam in Italien. Patrick Oberegger, bis dahin Teamchef, wechselte nach Norwegen, Patrick Favre schloss sich der franz\u00f6sischen Mannschaft an. Mit einer kompletten Runderneuerung vor allem im System reagierte Italien. Es wurde ein Eliteteam geschmiedet aus Wierer, Vitozzi sowie den beiden Herren Dominik Windisch und Lukas Hofer. Und dieses Quartett gewann in \u00d6stersund f\u00fcnfmal Edelmetall und zwei Weltmeistertitel. Der Titel von Wierer, der sie\u00a0 als beste und\u00a0 best\u00e4ndigste Biathletin auf h\u00f6chsten Niveau \u00fcber einen gesamte Saison hinweg auszeichnet, war mehr als nur ein weiterer Ritterschlag. Er war die Kr\u00f6nung. Eine bessere Werbung f\u00fcr die Weltmeisterschaft im n\u00e4chsten Jahr in Antholz, bei der Kinetixx als Partner intensiv dabei sein wird, h\u00e4tte es nicht geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und auch bei den Herren blieb in dieser Saison kein Stein mehr auf dem anderen. Siebenmal in Folge hatte zuletzt der Kineitxx-Vorzeigeathlet Martin Fourcade die grosse Kristallkugel gewonnen. Eine einmalige Serie, die nicht einmal der grosse Biathlet Ole-Einar Bj\u00f6rndalen (Kinetixx-Botschafter) schaffte. Bei ihm waren es sechs Erfolge hintereinander. Und Fourcade gewann auch in einer Saison 14 Rennen. Beim Finale in Oslo war der Franzose nur noch anwesend und nicht mehr dabei und bei den Weltmeisterschaften ging er leer aus. Seinem potentiellen Nachfolger Johannes Thingnes Boe aus Norwegen stehen alle T\u00fcren offen, um die schier erdr\u00fcckenden Statistiken vergangener Helden zu Fussnoten der Biathlongeschichte zu machen. Boe gewann in dieser Saison 16 Rennen von 25 und dabei viel noch jenes von Canmore aus, als es zu kalt war, um zu starten. Er war zudem fast bei allen Wettk\u00e4mpfen in der Lage, gegen\u00fcber allen, wirklich allen Konkurrenten eine Strafrunde herauszulaufen. Manchmal auch zwei. Und Boe ist erst 25 Jahre alt. Er hat sich in den vergangenen Jahren st\u00e4ndig verbessert, vor allem am Schiessstand. Fr\u00fcher kokettierte er gerne mit seiner jugendlichen Wildheit. Nur Risikio schien ihm wirklich Spass zu machen. Der franz\u00f6sische Trainer Siegfried Maze, der einst Martin Fourcade in die Weltklasse brachte, formte das Juwel aus Norwegen, brachte Struktur in seinen Wettkampf am Schiessstand, ohne dass Boe, der J\u00fcngere (auch sein Bruder Tarjei gewann schon einmal den Gesamtweltcup), seine Qualit\u00e4t in der Loipe verlor. Nur wenn sich ab zu noch der alte Schlendrian einschleicht, hat die Konkurrenz eine Chance. Doch der sch\u00f6ne Satz, vom K\u00f6nig der tot ist und vom neuen K\u00f6nig der lebt, ist vielleicht noch etwas zu fr\u00fch, um ihn anzuwenden. Denn Martin Fourcade hat den Fehdehandschuh in den Biathlonring geworden. Er wird sich mit aller gebotenen Akribie auf die n\u00e4chste Saison vorbereiten, um dem \u00dcberflieger des abgelaufenen Winters, Johannes Thingnes Boe, der zudem alle Disziplinwertungen gewann (wie zuletzt eben auch Fourcade), doch noch einmal die Fl\u00fcgel zu stutzen. Es wird interessant sein zu verfolgen, ob ihm das gelingen wird. Und deshalb kann ich\u00a0 guten Gewissens sagen: Ich freue mich schon jetzt auf den n\u00e4chsten Winter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir schlagen ein neues Biathlon-Kapitel auf. Nichts ist nach dieser Saison so, wie es fr\u00fcher einmal war. Als h\u00e4tte jemand dem Establishment den Teppich unter den F\u00fcssen weggezogen um neuen Namen an der Spitze Platz zu machen. 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