{"id":655,"date":"2019-03-16T19:38:10","date_gmt":"2019-03-16T19:38:10","guid":{"rendered":"http:\/\/wintersport.news\/?p=655"},"modified":"2019-07-17T09:28:40","modified_gmt":"2019-07-17T09:28:40","slug":"elchgefluester-sigis-wm-tagebuch-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/elchgefluester-sigis-wm-tagebuch-9\/","title":{"rendered":"Elchgefl\u00fcster: Sigi`s WM-Tagebuch"},"content":{"rendered":"<p>Noch gibt es keine k\u00f6ngliche Lounge im Nationalen Biathlon-Stadion von \u00d6stersund. Aber vielleicht \u00e4ndert sich das bald, denn heute wird es schwer adelig werden bei der Biathlon-Weltmeisterschaft. Kronprinzessin Viktoria besucht\u00a0 mit ihrem Gemahl (so sagt man das glaube ich in diesen Kreisen) Prinz Daniel die heimliche Prinzessin dieser Tage: Hanna Oeberg, die Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Einzel. Das scheint sich gewaltig herumgesprochen zu haben in und um \u00d6stersund. In den vergangenen Tagen sahen wir bei unserer Anfahrt zu unseren Arbeitspl\u00e4tzen kaum Fans mii schwedischen Fahnen am Rucksack. Doch dieses Wochenende explodiert der Zuschauerzuspruch, der bislang eher mau war. Viele Pl\u00e4tze sind leer geblieben, die Verantwortlichen \u00fcbten sich in Durchhalteparolen<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;F\u00fcr die Verh\u00e4ltnisse hier ist das schon gut und recht viel mehr haben wir ehrlich auch nicht erwartet&#8220;,<\/p><\/blockquote>\n<p>sagte mir Wolfgang Pichler, der Teamchef und Verantwortliche f\u00fcr das schwedische Biathlon-Wunder der letzten Jahre. Denn es war ja so, dass viele Angst hatten vor dieser Weltmeiserschaft nach den st\u00e4ndigen R\u00fccktritten. Helene Ekholm, Bj\u00f6rn Ferry und Carl-Johann Bergmann hinterliessen eine derart gewaltige L\u00fccke, dass viele dachten, die WM 2019 kommt zu fr\u00fch. Pichler wurde mit dem Aufbau einer neuen Mannschaft beauftragt. Er wilderte bei den Langl\u00e4uferin, suchte junge Athletinnen, pr\u00fcfte ihr m\u00f6gliches Schiesstalent und versuchte herauszufinden, wie es um die Motivation steht. Er setzte extrem konsequent auf die Jugend<\/p>\n<blockquote><p>. &#8222;Wenn ich zwei Athletinnen habe, die gleich gut sind, nehme ich die j\u00fcngere&#8220;,<\/p><\/blockquote>\n<p>lautete sein Credo. Dazu passt, dass die erst 33j\u00e4hrige Sofia Domeij, die noch vor ein paar Jahren selbst aktiv war, jetzt Pr\u00e4sidentin des schweidischen Biathlon-Verbandes ist. Der Plan ging auf. Bei den Olympischen Spielen vor einem Jahr in S\u00fcdkorea gewann Schweden zweimal und Gold und zweimal Silber. Nie, wirklich nie hatte auch Pichler, der knorrige Ruhpoldinger mit dem weichen Herzen und der harten Hand, damit gerechnet. Mit K\u00f6nig Carl-Gustav strahlte er in Asien um die Wette. Aber noch immer stand ja die Weltmeisterschaft in Schweden vor der T\u00fcre. W\u00fcrde man an die Erfolge von PyeonChang anschliessen k\u00f6nnen? Diese bange Frage l\u00f6ste sich erst einigermassen in Wohlgefallen auf, als Hanna Oeberg\u00a0 in \u00d6stersund die Goldmedaille gewann. Es folgen ein paar gute Platzierungen, die Sicherheit gaben.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ich glaube, wir haben uns punktgenau vorbereitet&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>, meinte Wolfgang Pichler. Dann kam die Bronzemedaille in der Mixedstaffel mit\u00a0 Oeberg und\u00a0 Publikumsliebling Sebastian Samuelson. Der Bann war gebrochen. Jetzt sind die Fans in \u00d6stersund endlich aufgewacht uind machen sich so zahlreich auf den Weg, wie wir das eigentlich an jedem Wettkampftag erhofft hatten. Aber wenn nicht jetzt, wann dann: Schliesslich bekommt man nicht jeden Tag zwei Prinzessinen zu sehen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch gibt es keine k\u00f6ngliche Lounge im Nationalen Biathlon-Stadion von \u00d6stersund. 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