{"id":652,"date":"2019-03-15T11:15:01","date_gmt":"2019-03-15T11:15:01","guid":{"rendered":"http:\/\/wintersport.news\/?p=652"},"modified":"2019-07-17T09:29:10","modified_gmt":"2019-07-17T09:29:10","slug":"elchgefluester-sigis-wm-tagebuch-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/elchgefluester-sigis-wm-tagebuch-8\/","title":{"rendered":"Elchgefl\u00fcster: Sigi`s WM-Tagebuch"},"content":{"rendered":"<p>Das Bild, dass Ihr oben seht, ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem t\u00e4glichen Legendenauftritt w\u00e4hrend der Biathlon-Weltmeisterschaft in \u00d6stersund. Matthias Simmen (links) aus der Schweiz war der erste Eidgenosse, der im Weltcup auf das Podium kam. In seiner Heimat Realp haben sie ihn danach mit einer Pferdekutsche durch den Ort gefahren. Tomaz Globocnik (Mitte) war in seiner Glanzzeit bei zwei Olympischen Spielen in Nagano und Salt Lake City f\u00fcr Slowenien dabei und Sven Fischer muss ich vermutlich kaum noch gross vorstellen. Er ist l\u00e4ngst eine Legende, auch weil er weiterhin im Fernsehen zu sehen ist. Zwei von ihnen waren am Abend nach der Single-Mixed-Staffel sogar noch im Einsatz. So richtig, wie fr\u00fcher. Simmen und Fischer. Der Slowene hat gekniffen, obwohl auch er nach wie vor in ausgezeichnter Form ist. Es wurde ein Charity-Rennen veranstaltet und wohl selten hat es ein so exklusives Teilnehmerfeld gegeben wie im Nationalen Biathlon-Stadion in der Provinz J\u00e4mtland. Denn es waren noch dabei: Uschi Disl, die einst das deutsche Fr\u00e4uleinwunder im Biathlon mitbegr\u00fcndet hat. Ihre langj\u00e4hrige Kontrahetin Magdaleina Forsberg, die f\u00fcnfmal den Gesamtweltcup gewann. Oft vor Disl. Die Schwediin ist hier als Expertin f\u00fcr Eurosport. Anna-Karin Zidek machte mit. Auch eine von den Biathletinnen, die als Langl\u00e4uferin begann und dann unter der \u00c4gide von Wolfgang Pichler in ihrer neuen Sport Weltklasse wurde. Sch\u00f6n auch, dass ich LIve-Grete Skjelbreid in Aktion gesehen habe. Sie hat 2003 mit ihrem damaligen Ehemann Raphael Poiree mehr Medaillen gewonnen als alle anderen Nationen zusammen. Das ist nach wie vor unvergesslich und wohl auch nicht wiederholbar. Es ist sch\u00f6n, sie alle wohlauf und munter zu sehen, zumal sie mich ja auch jahrelang begleitet haben. Als ich zum ersten Biathlonrennen nach Lillehammer Ende 1997 geschickt wurde, hat mir Sven Fischer erst mal erkl\u00e4rt, was der Suhler Unterlader ist (ein spezielles Repetiersystem, das l\u00e4ngst aus der Mode gekommen ist). Mit anderen grossen Biathleten der Vergangenheit habe ich lange am Mikrophon zusammen kommentiert. Frank Luck etwa (der nicht hier ist) oder MIchael Greis, der in Schweden die US-Boys betreut. Ricco Gross h\u00e4tte beim Legendenrennen auch mitmachen k\u00f6nnen, doch der hatte viel zu tun. Er ist Trainer in \u00d6sterreich und die WM l\u00e4uft nicht eben optimal. Da hat man keinen Kopf f\u00fcr einen lustigen Wettkampf, den viele zudem noch ziemlich ernst nehmen.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Wann ist das Anschiessen&#8220;,<\/p><\/blockquote>\n<p>fragte etwa Sven Fischer am Nachmittag. Matthias Simmen hat sich vor Lachen gar nicht mehr eingekriegt und meinte nur lapdiar, dass er so was nicht n\u00f6tig habe. Und dann erz\u00e4hlte Sven ein Geschichte von fr\u00fcher, wie das mal war, als er bei der Vorbereitung auf einen Wettkampf etwas zu leichtfertig war. Einmal Athlet, immer Athlet. Der Ehrgeiz, der alle fr\u00fcher in die Weltklasse f\u00fchrte, schlummert in allen noch immer mehr oder weniger. Bei Fischer sicher mehr. Und so\u00a0 hat er schnell noch\u00a0 ein paar Runden gemeinsam mit Simmen gedreht. Nat\u00fcrlich auf der schweren Vier-Kilometerstrecke. Man will sich schliesslich nichts nachsagen lassen. Ich kenne keine Sportart, in der bei Weltmeisterschaften die Vergangenheit derart lebendig ist. Hautnah ist sie zu sp\u00fcren.\u00a0 Willi Pallhuber, f\u00fcnfmal Weltmeister f\u00fcr Italien, ist im Antholzer Haus, um Werbung f\u00fcr die WM n\u00e4chstes Jahr zu machen. Sein Landsmann Andreas Zingerle, auch einer der erfolgreichsten italienischen Biathleten, segelt als Trainer\u00a0 mit seiner Mannschaft gerade auf der Erfolgswolke Sieben. Die Schweden sind nat\u00fcrlich vollz\u00e4hlig vertreten noch mit Bj\u00f6rn Ferry und Carl-Johan Bergmann. Helene Ekholm tritt f\u00fcr das schwedische Fernsehen auf. Und auch Biathleten aus einer Generation vor meiner Zeit als Kommentator ziehen hier regelm\u00e4ssig noch ihre Runden wie Alfred Eder aus \u00d6sterreich, WM-Dritter 1986 in Oslo im Einzelwettbewerb. Im Trainerbereich wimmelt es\u00a0 sowieso nur so von Legenden. Zdenek Vitek betreut seine Tschecheslowaken. Der Norweger Egil Gjelland ist f\u00fcr die tschechischen Frauen verantwortlich ist. Sein Landsmann Frode Andresen k\u00fcmmert sich um den Letten Rastorgujevs. Ana Murinova war in Nagano f\u00fcr die Slowakei im Einsatz und ist die starke Frau hinter den grosartigen\u00a0 Fialkowa-Schwestern. Vincent Vittoz war Weltmeister im Langlauf 2005 in Oberstdorf und k\u00fcmmert sich um\u00a0 die franz\u00f6sischen Biathletinnen. Und erst Marc Kirchner. Der deutsche Cheftrainer war einer der Stars der Olympischen Spiiele in Lillehammer und sorgt mittlerweile\u00a0 f\u00fcr Dauererfolge seiner Nachfolger. Es ist wie bei grossen Reden. Bestimmt habe ich einige vergessen. Es ist sch\u00f6n, sie alle hier zu erleben und im Gegensatz zu ihrer aktiven Zeit sind sie jetzt lockerer, aufgeschlossener und sie nehmen sich die Zeit f\u00fcr ein kleines, nettes Gespr\u00e4ch. Und ich bin sicher, dass einige, die hier in \u00d6stersund noch Medaillen f\u00fcr ihre Leistungen erhalten, in Zukunft auf der anderen Seite des Sports stehen werden. Sie werden Trainer, TV-Experten oder Funktion\u00e4re in ihren Verb\u00e4nden. Je mehr Knowhow im Sport erhalten bleiben kann, umso besser ist es. Und ausserdem stribt dieses Wissen nie aus. Denn Legenden leben ewig.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bild, dass Ihr oben seht, ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem t\u00e4glichen Legendenauftritt w\u00e4hrend der Biathlon-Weltmeisterschaft in \u00d6stersund. Matthias Simmen (links) aus der Schweiz war der erste Eidgenosse, der im Weltcup auf das Podium kam. In seiner Heimat Realp haben sie ihn danach mit einer Pferdekutsche durch den Ort gefahren. 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