{"id":623,"date":"2019-03-11T19:42:29","date_gmt":"2019-03-11T19:42:29","guid":{"rendered":"http:\/\/wintersport.news\/?p=623"},"modified":"2019-07-17T09:31:11","modified_gmt":"2019-07-17T09:31:11","slug":"elchgefluester-sigis-wm-tagebuch-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/elchgefluester-sigis-wm-tagebuch-4\/","title":{"rendered":"Elchgefl\u00fcster: Sigi`s WM-Tagebuch"},"content":{"rendered":"<p>Das sind die schlimmsten Tage. Ohne Rennen, Ruhetage. Sie nerven und zehren am Gem\u00fct. Der gesamte Tagesablauf ger\u00e4t aus den Fugen. Was tun? Gut, wir k\u00f6nnten alle einfach die Wettkampftage simulieren. Raus zum Stadion fahren, wieder mit den Trainern reden w\u00e4hrend der \u00dcbungseinheiten, denn nat\u00fcrlich kann und darf ein Athlet nicht an einem solchen Ruhetag ruhen. Er muss immer und st\u00e4ndig in Bewegung sein. Scherzhaft hatte Laura Dahlmeier nach ihrer ersten Bronzemedaille im Sprint gemeint, dass sie \u00fcberlege, mal einen Tag im Bett zu bleiben, da sie ja doch ziemlich kaputt sei auch aufgrund der Erk\u00e4ltung, die sie sich eingefangen habe nach der Landung in Schweden. Nat\u00fcrlich hat sie das nicht getan. Ein paar Schritte in der frischen Luft sind allemal besser als Tatenlosigkeit. Wir entscheiden uns auch f\u00fcr Bewegung aber gegen das Stadion. Die Trainer und Betreuer werden uns danken, dass sie mal nicht angesprochen werden, dass sie wirklich in Ruhe ihre Sch\u00fctzlinge beobachten k\u00f6nnen. Vielleicht ist das auch irgendwie der Sinn eines Ruhetages. Wir k\u00f6nnten nat\u00fcrlich die vielen Wanderwege um \u00d6stersund nutzen, um die Lungen mit guter Luft zu fluten. Aber weil ab sofort dann wieder volles Programm angesagt ist, parken wir unseren Mietwagen ziemlich frech an einer Stra\u00dfenecke und marschieren in die Stadt. Immer mit dem Gesicht zur Sonne und mit den Augen an den Schaufensters. Wir shoppen. Ich weiss gar nicht, ob M\u00e4nner auch shoppen k\u00f6nnen. Ich kann es und bin extrem gef\u00e4hrdet, wenn eine B\u00fccherei des Weges kommt. Normalerweise streife ich dann durch die Regale und gehe hundertprozentig mit einem Buch an die Kasse. Entweder ist es ein Krimi oder ein Kochbuch. Doch diesmal hindert mich die Grammatik an einem Kauf. Es gibt nur B\u00fccher in schwedisch, was logisch erscheint, denn Touristen aus Deutschland schlagen selten auf in J\u00e4mtland. Dann besser Gesch\u00e4fte mit sch\u00f6nem Interieur. Tassen, Gl\u00e4ser, es ist alles ein wenig bunter in Schweden und sehr, sehr stylisch. Vor allem die von Hand get\u00f6pferten Teller begeistern mich..Ich w\u00fcrde am liebsten&#8230;. Sie ahnen schon. Aber ich wehre mich gegen den inneren Antrieb, der da sagt: Kaufen, kaufen. Es ist alles so sch\u00f6n und ich kann mir einen gedeckten Tisch wunderbar mit dem schwedischen Porzellan vorstellen. Aber wie soll ich das nach Hause bringen, da mein Koffer schon bei der Anreise aus allen N\u00e4hten geplatzt ist? Eben. So wird mir die Entscheidung abgenommen.\u00a0 Der Kollege Helmut Hanus, Head of International Wintersportmarketing, sucht verzweifelt Buttermesser und\u00a0 Honigl\u00f6ffel aus Holz. Fehlanzeige im ersten Gesch\u00e4ft und auch im zweiten finden wir nichts. Ich dagegen schon. Logisch. Nat\u00fcrlich. Ein paar K\u00fcchenwerkzeuge haben mich direkt angesprungen. Unser dritter Mann, Alfred Eder, ist derweil anderweitig besch\u00e4ftigt. Er hat ja die wei\u00dfrussischen Damen als Trainer zum Staffelolympiasieg gef\u00fchrt mit Darya Domratscheva und traf die aktuelle Mannschaft im gr\u00f6\u00dften Kaufhaus von \u00d6stersund. Es war sch\u00f6n zu sehen, mit viel Herzlichkeit sie dem Alfred um den Hals fielen und es ist beruhigend zu erleben, dass nicht nur unsere M\u00e4nnerrunde shoppen geht am Ruhetag, sonder auch viele Athletinnen unterwegs sind. Wir trafen unter anderem auch die US-Girls um Susan Dunklee. Die Welt ist also auch an diesem Tag ohne Wettkampf noch weiterhin so, wie wir sie kennen und lieben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das sind die schlimmsten Tage. Ohne Rennen, Ruhetage. Sie nerven und zehren am Gem\u00fct. Der gesamte Tagesablauf ger\u00e4t aus den Fugen. Was tun? Gut, wir k\u00f6nnten alle einfach die Wettkampftage simulieren. 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