{"id":564,"date":"2019-03-07T11:45:50","date_gmt":"2019-03-07T11:45:50","guid":{"rendered":"http:\/\/wintersport.news\/?p=564"},"modified":"2019-07-17T09:33:28","modified_gmt":"2019-07-17T09:33:28","slug":"elchgefluester-das-wm-tagebuch-von-sigi-heinrich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/elchgefluester-das-wm-tagebuch-von-sigi-heinrich\/","title":{"rendered":"Elchgefl\u00fcster: WM-Tagebuch von Sigi Heinrich"},"content":{"rendered":"<p>Geradeaus, und zwar schnurgeradeaus liegt die Stra\u00dfe von \u00d6stersund nach Sollentuna vor uns. Links W\u00e4lder, rechts W\u00e4lder. Zum Gl\u00fcck muss ich nicht die ganzen 140 Kilometer fahren, sondern von \u00d6stersund aus nur vierzehn, um dann zu unserer kleinen Vorratskammer zu gelangen, in der wir wohnen. Zu dritt, Helmut Hanus, Head of international Winter Sports bei Kinetixx, Alfred Eder, der Papa von Simon Eder, dem \u00f6sterreichischen Biathleten, der zum zweiten Mal in \u00d6stersund nach 2008 an einer Weltmeisterschaft teilnimmt und eben meine Wenigkeit. Ich habe die Unterkunft vor acht Jahren entdeckt, weil ich m\u00fcde war, immer in Hotelzimmern zu n\u00e4chtigen. Jetzt sind wir in diesem kleinen Haus, das schnuckelig umgebaut wurde mit offenem Kamin und einer Aussicht, die nur ein Traum ist. Schneefelder, so weit das Auge reichte. Die neun K\u00fche des Bauern weiden drau\u00dfen, haben aber, wenn sie denn wollen, nat\u00fcrlich auch einen Stall. Liegt ganz bei ihnen. Das Fr\u00fchst\u00fcck gibt es von der B\u00e4uerin. Hausgemacht alles. Absolut alles. W\u00fcrde im Moment nicht gerade die Weltmeisterschaft stattfinden, ich w\u00fcrde den Aufenthalt glatt als Urlaub bezeichnen wollen. Der einzige Nachteil an unserem Au\u00dfenposten ist die Fahrt von Brynje (so hei\u00dft der Weiler) nach \u00d6stersund und wieder zur\u00fcck. Denn, wie gesagt, W\u00e4lder s\u00e4umen die Stra\u00dfe und in den W\u00e4ldern lebt der Elch. In Schweden lernt man schnell, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen einen Sinn haben, denn urpl\u00f6tzlich kann so ein Elch mitsamt seiner Familie unverhofft die Stra\u00dfe queren. Letztes Jahr ist mir das hier passiert und glauben Sie mir: Das ist nicht lustig. Das sind Riesenviecher. Und sie haben es selten eilig. Fast provozierend langsam wechseln sie von einer Stra\u00dfenseite auf die andere. Und wenn man glaubt, man k\u00f6nne jetzt weiterfahren, kommt garantiert noch ein Nachz\u00fcgler angerauscht. Ja, es ist gef\u00e4hrlich. Es sind gewisserma\u00dfen schlanke Elefanten\u00a0 und ihr Geweih ist furcherregend und w\u00fcrde aus der Windschutzscheibe in Sekunden Br\u00f6sel machen. Klar, wir haben nat\u00fcrlich bei uns zu Hause auch Wildwechsel, doch so ernsthaft wie in Schweden mit den Elchen ist die Gefahr bei uns eigentlich nicht. Hier muss der Autofahrer st\u00e4ndig damit rechnen, dieser gewaltigen Gattung aus der Tierwelt Auge in Auge gegen\u00fcber zu stehen, weshalb man in Schweden nie nur geradeaus schauen darf. Links und rechts lauert die Gefahr. Wer das Gl\u00fcck hat, keine Elche auf der Stra\u00dfe zu treffen, kann zur Farm &#8222;Moose-Garden&#8220; fahren und dort problemlos das Haustier der Schweden beobachten. Der Elch, f\u00fcr den Magdalena Neuner einst die Patenschaft \u00fcbernahm, ist \u00fcbrigens jetzt elf Jahre alt. Er kam auf die Welt kurz vor der letzten Weltmeisterschaft in \u00d6stersund 2008. Es geht ihm gut. Er musste freilich auch nie eine Stra\u00dfe \u00fcberqueren.<\/p>\n<p>Heute startet die Weltmeisterschaft in \u00d6stersund um 16:15 Uhr mit der Mixed Staffel. So wird es jeden Tag, neben den News aus dem Wettkampfgeschehen einen ganz pers\u00f6nlichen Sigi Heinrich &#8211; Einblick hinter die Kulissen der WM geben &#8211; <strong>Elchgefl\u00fcster<\/strong> eben.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geradeaus, und zwar schnurgeradeaus liegt die Stra\u00dfe von \u00d6stersund nach Sollentuna vor uns. Links W\u00e4lder, rechts W\u00e4lder. Zum Gl\u00fcck muss ich nicht die ganzen 140 Kilometer fahren, sondern von \u00d6stersund aus nur vierzehn, um dann zu unserer kleinen Vorratskammer zu gelangen, in der wir wohnen. 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