{"id":411,"date":"2019-02-12T11:04:07","date_gmt":"2019-02-12T11:04:07","guid":{"rendered":"http:\/\/wintersport.news\/?p=411"},"modified":"2019-07-17T09:35:47","modified_gmt":"2019-07-17T09:35:47","slug":"sigi-heinrich-blog-biathlon-ist-ploetzlich-randsportart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/sigi-heinrich-blog-biathlon-ist-ploetzlich-randsportart\/","title":{"rendered":"Sigi Heinrich-Blog: Biathlon ist pl\u00f6tzlich Randsportart"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal hat man kein Gl\u00fcck und dann kommt auch noch Pech dazu. Ein Fu\u00dfballspieler hat diesen Satz in die Welt hinein geh\u00e4mmert und nachdem er daf\u00fcr nat\u00fcrlich oft bel\u00e4chelt wurde (Fu\u00dfballspieler halt&#8230;), stellt man mittlerweile fest: Ist ja gar nicht so falsch die Aussage. Der Wintersport bietet breiten Raum, um diese Volksweisheit stets mit neuem Leben zu f\u00fcllen. Die Biathleten zum Beispiel: Die Terminwahl, noch unter der alten F\u00fchrung der Internationalen Biathlon-Union (IBU) zustande gekommen (allerdings sind noch viele Entscheidungstr\u00e4ger von damals dabei), war eher ungl\u00fccklich mit den beiden Weltcup-Veranstaltungen in Nordamerika vor den Weltmeisterschaften in \u00d6stersund. Wann und wie soll man eine Formdelle wieder gl\u00e4tten und reparieren, wenn man absolut keine Chance dazu erh\u00e4lt? Denn neben den Rennen ist der Reisestress ein Faktor, der nicht zu untersch\u00e4tzen ist. Und dann kommt die Zeitumstellung hinzu. In Kanada und den USA und nat\u00fcrlich klappt das mit dem Schlafrhythmus nach der R\u00fcckkehr auch nicht sofort. Akklimatisierung hei\u00dft das Zauberwort, das gleichbedeutend ist mit Zeitverlust. Das Training leidet darunter und das Leben irgendwie auch. Ein paar der besten Biathleten der Welt haben deshalb die Rei\u00dfleine noch vor dem Abflug gezogen und sich gar nicht erst auf das Abenteuer Nordamerika eingelassen. Da war der KinetiXx-Vorzeigeathlet Martin Fourcade (Frankreich) ebenso dabei wie Simon Schempp (Deutschland), Jakov Fak (Slowenien), Sebastian Saumelsson (Schweden) oder Ondrei Moravec (Tschechien). Allesamt hochdekoriert fanden sie in dieser Saison nicht in den Tritt, blieben hinter den eigenen Erwartungen zur\u00fcck und geh\u00f6ren im Grunde jetzt schon zu den Gewinnern der Reise nach \u00dcbersee. Weil sie nicht dabei waren, als die gro\u00dfe K\u00e4lte an den Kr\u00e4ften ihrer Konkurrenz zerrte. Arnd Peiffer etwa geh\u00f6rt zu den Opfern. Er musste seinen Staffeleinsatz absagen. Schon der kurze Einzelwettkampf war zu viel f\u00fcr ihn. Im Kampf um die Punkte im Gesamtweltcup, die letztlich auch wichtig sind f\u00fcr einen m\u00f6glichen Einsatz im Massenstart bei der Weltmeisterschaft, h\u00e4tten ihm jetzt wichtige Punkte gefehlt aus dem Sprint von Canmore. Doch dieser wurde wegen zu tiefer Temperaturen zweimal abgesagt. Pech also f\u00fcr die IBU, die ihren Sport in Europa nicht zur besten Sendezeit pr\u00e4sentieren konnte, Gl\u00fcck aber f\u00fcr Peiffer und die gro\u00dfe Schar derer, die zu Hause bei sch\u00f6nen winterlichen Verh\u00e4ltnissen trainieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich ahne, wie die Reaktion sein wird: Man wird k\u00fcnftig einen weiten Bogen um Ausfl\u00fcge au\u00dferhalb Europas machen, was freilich gegen die Statuten der IBU w\u00e4re, denn klar ist dort auch die Vorgabe verankert, dass der Biathlonsport in die Welt hinausgetragen werden soll. Neue M\u00e4rkte sollen erschlossen werden. Nur hat man das daf\u00fcr richtige Rezept noch nicht gefunden. Ein Blick in den Terminplan des Internationalen Ski-Verbandes (FIS) k\u00f6nnte helfen. Die Alpinen starten ihre Saison regelm\u00e4\u00dfig in Kanada und den USA (abgesehen von S\u00f6lden und dem Slalom im finnischen Levi). W\u00fcrde die IBU \u00e4hnlich vorgehen, h\u00e4tte das im Grunde fast nur Vorteile: In Canmore etwa ist Ende November immer herrlicher Winter, beste Voraussetzungen. Ja, viele Mannschaften k\u00f6nnten gar ihre Trainingsquartiere dort aufschlagen, anstatt\u00a0 im hohen Norden Europas nach ein paar Kilometern Schnee zu suchen. Dann w\u00e4ren sie schon in \u00dcbersee (Akklimatisierung) und k\u00f6nnten mit einem Weltcup beginnen. Und dann zur\u00fcck nach Europa mit dem \u00fcblichen Programm. Gut, man h\u00e4tte dann vier Weltcups vor Weihnachten und ich kenne die Argumente: Alles zuviel sagen die Trainer. Aber ein IBU-Cup vor dem Weltcup, etwa in Idre, findet statt. Mancher Athlet kann sich da noch f\u00fcr den Weltcup qualifizieren und hat dann auch vier Wettkampfbl\u00f6cke zu absolvieren. Dieses Programm mutet man erstaunlicherweise den Biathleten zu, die noch nicht fest zur Weltklasse geh\u00f6ren. Das darf schon zu denken geben. Mein Vorschlag: Saisonstart in Canmore mit Mixed-Staffel, Sprint und Verfolger. Und zwar jedes Jahr. Regelm\u00e4\u00dfig. Denn wenn der Weltcup nur ab und zu in L\u00e4ndern auftaucht, die noch keine gro\u00dfe Biathlon-Tradtion haben, wird sich das immer so anf\u00fchlen, als k\u00e4me der Zirkus mit den seltsamen Sportlern, die da laufen und schie\u00dfen, mal wieder vorbei. Exotenstatus nennt man das.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal hat man kein Gl\u00fcck und dann kommt auch noch Pech dazu. 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