{"id":277,"date":"2019-01-12T21:36:30","date_gmt":"2019-01-12T21:36:30","guid":{"rendered":"http:\/\/wintersport.news\/?p=277"},"modified":"2019-07-17T09:39:35","modified_gmt":"2019-07-17T09:39:35","slug":"sigi-heinrich-blog-ein-emotionaler-ruecktritt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/sigi-heinrich-blog-ein-emotionaler-ruecktritt\/","title":{"rendered":"Sigi Heinrich-Blog: Ein emotionaler R\u00fccktritt"},"content":{"rendered":"<p>Jedes Ende beinhaltet auch einen Anfang. Ich pers\u00f6nlich hoffe das sehr f\u00fcr Michael R\u00f6sch, der jetzt doch nicht mehr mag nach einer Saison, die holprig war und unbefriedigend f\u00fcr einen, der schon mal die Sterne vom Himmel holte.<\/p>\n<p>Lange ist es her freilich. Es war 2006 bei den Olympischen Spielen in Turin, als der damalige Sonnyboy der deutschen Mannschaft rotzfrech in der Staffel auftrumpfte und massgeblich Anteil hatte am Olympiasieg. Er schoss als w\u00e4re der wichtigste Wettkampf der damaligen Saison ein Kirmesrennen. Er kannte schier keine Nerven. Fehlerlos, atemlos. R\u00f6sch betrieb seinen Sport wie es seinem Naturell entsprach. Immer grenzwertig. Hopp oder top. Er galt als eines der gr\u00f6ssten Talente im Biathlon und schien in der Tat das Zeug zu einem Superstar zu haben.<\/p>\n<p>Doch das Leben hatte anderes mit ihm vor. Nachdem er sich mit dem Deutschen Skiverband \u00fcberworfen hatte, startete er in den letzten Jahren f\u00fcr Belgien. R\u00f6sch hatte stets seinen eigenen Kopf, seine eigene Meinung und er war keiner, der damit hinter dem Berg hielt. Damit schuf er sich nicht nur Freunde. Um sich selber treu zu bleiben, gab er alles auf: Sein Haus, ja sein bisheriges Leben. Weil die Startgenehmigung f\u00fcr Belgien dauerte, musste er auf die olympischen Spiele in Sotschi verzichten. In PyeongChang war er noch mal dabei. Dabei eben nur. Sportlich konnte er nicht mehr mithalten, obwohl er lange alles versucht hatte. Klaus Siebert betreute ihn und in den letzten Jahren schloss er sich den Schweizern an, um dort mit der Gruppe um Benjamin Weger zu trainieren. Er ordnete sich unter, liess den Bart wachsen, sorgte sich um Sponsoren, kr\u00e4ftig unterst\u00fctzt von seinem Vater Eberhard, der immer an seinen Filius glaubte.<\/p>\n<p>Michael R\u00f6sch liebte Biathlon. Das sp\u00fcrte ich auch immer bei allen Gespr\u00e4chen und so manchmal war die Diskussion kontrovers. Dann haben wir uns ausgesprochen und die Luft war wieder rein. Auch wenn er es nur auf zwei Weltcupsiege brachte, so war er doch immer ein Athlet, dem meine Aufmerksamkeit geh\u00f6rte. Ein Belgier aus dem Erzgebirge. Ein deutscher Olympiasieger. Ein Typ. Kein Leisetreter, einer der sich Respekt verschaffte im Lauf der Jahre, weil er k\u00e4mpfte f\u00fcr sich, sein Leben, seinen Sport.<\/p>\n<p>Auf den Tag genau vor 13 Jahren gewann er mit der deutschen Staffel in Ruhpolding seinen ersten Weltcup und danach auch sein erstes Weltcup-Rennen.\u00a0 Auf einer Pressekonferenz gab er jetzt mit feuchten Augen seinen Abschied bekannt.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDas ist jetzt sehr emotional f\u00fcr mich\u201c,<\/p><\/blockquote>\n<p>meinte R\u00f6sch und man sp\u00fcrte, dass er seine Karriere noch einmal Revue passieren liess.\u00a0 Die offiziell letzten Rennen will er in Ruhpolding n\u00e4chste Woche bestreiten aber er will sich auch weiterhin dem belgischen Team zur Verf\u00fcgung stellen, um f\u00fcr die Olympischen Spiele in Peking 2022 einen Quotenplatz zu holen. Ruhig wird es trotz Ruhestand also nicht werden und Ruhe w\u00e4re auch nichts f\u00fcr den umtriebigen R\u00f6sch. Vor allem die N\u00e4chte werden k\u00fcnftig k\u00fcrzer werden, denn .im M\u00e4rz wird er Papa. Auch das hat seine Entscheidung, jetzt adieu zu sagen, beeinflusst.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche ihm f\u00fcr die Zukunft mit seiner dann gr\u00f6sseren Familie viel Gl\u00fcck und sage an dieser Stelle auch: Danke Michael R\u00f6sch, du hast mir das Leben als Kommentator bei Eurosport leicht gemacht mit deinen wilden, verwegenen Auftritten, die unvergesslich bleiben.<\/p>\n<p>Foto: Dirk Hofmeister<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes Ende beinhaltet auch einen Anfang. Ich pers\u00f6nlich hoffe das sehr f\u00fcr Michael R\u00f6sch, der jetzt doch nicht mehr mag nach einer Saison, die holprig war und unbefriedigend f\u00fcr einen, der schon mal die Sterne vom Himmel holte. Lange ist es her freilich. 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