{"id":264,"date":"2019-01-11T12:14:09","date_gmt":"2019-01-11T12:14:09","guid":{"rendered":"http:\/\/wintersport.news\/?p=264"},"modified":"2019-07-17T09:39:53","modified_gmt":"2019-07-17T09:39:53","slug":"sigi-heinrich-blog-olympia-opfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/sigi-heinrich-blog-olympia-opfer\/","title":{"rendered":"Sigi Heinrich-Blog: Olympia-Opfer"},"content":{"rendered":"<p>Einmal in vier Jahren. Eine Chance, vielleicht zwei, um in die olympische Geschichte einzugehen. Anonyme Umfragen unter Sportlern haben zum Teil bedenkliche Resultate gebracht. Um eine Goldmedaille zu gewinnen sind mehr als man ahnen m\u00f6chte viele sogar bereit, ihre Gesundheit zu opfern, denn\u00a0 jeder weiss: Nur mit der absoluten Kr\u00f6nung der sportlichen Karriere ist ein Auskommen auch nach deren Ende m\u00f6glich, vielfach sogar gesichert. Und Gold muss es sein. Gold. Frank W\u00f6rndl wurde 1988 Zweiter im Slalom hinter Alberto Tomba. Geschlagen nur um sechs Hundertstel Sekunden. Schon der Zweite ist der erste Verlierer.<\/p>\n<blockquote><p>Mein Leben w\u00e4re anders verlaufen, h\u00e4tte ich gewonnen\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>,sagte er mir sp\u00e4ter mal.<\/p>\n<p>Der gewaltige, nat\u00fcrlich vor allem selbst auferlegte Druck ist die gr\u00f6sste Herausforderung und fordert deshalb auch Opfer. Hinterher, nach vollbrachter Heldentat. Zwei Skispringer fliegen derzeit hinterher, die in PyeonChang dominierten: Der deutsche Sonnyboy Andreas\u00a0 Wellinger und Kinetixx-Star Kamil Stoch aus Polen. Dem Jubel um den Sieg folgt den Wintersportlern ein Sommer, der ungewohnt ist mit vielen Terminen ausserhalb der sportlichen Vorbereitung auf den n\u00e4chsten Winter. In der Zeit nach den Spielen muss die Ernte eingefahren werden, weshalb oft in der Saison darauf die Frische fehlt, vielleicht auch die n\u00f6tige Motivation. Durchatmen hei\u00dft das Motto, denn den wichtigsten Wettkampf im Leben hat man schliesslich optimal beendet. Wellinger mit Gold von der Normalschanze, Stoch mit Gold von der Grossschanze. Beide werden wieder an ihre Glanzleistungen herankommen. Das derzeitige Leistungstief ist eher normal.<\/p>\n<p>Zwei Biathleten machen eine \u00e4hnliche Erfahrung. Laura Dahlmeier und Martin Fourcade. Der franz\u00f6sische\u00a0 Kinetixx-Ausnahmeathlet muss nach seinen grossen Siegen in S\u00fcdkorea in diesem Jahr im Weltcup erkennen, dass er nicht mehr der unangefochtene Souver\u00e4n ist. Auch er hatte seine ganze Kraft in die olympischen Wettbewerbe gelegt und zahlt jetzt ein wenig den Preis daf\u00fcr, denn auch sein K\u00f6rper muss den vielf\u00e4ltigen Strapazen Tribut zahlen. Und noch viel mehr trifft das auf Deutschlands Biathlon-Liebling Laura Dahlmeier zu, die sich bereits bei den Weltmeisterschaften 2017 in Hochfilzen zweimal von totalen Ersch\u00f6pfungszust\u00e4nden erholen musste. Ihr Focus gilt ja schon seit ihrer Kinderzeit den Olympischen Spielen. In ihrem Poesiealbum steht als gr\u00f6sster Wunsch: Olympiasiegerin werden. Zweimal ist ihr das gelungen. Der gesundheitliche Einbruch, der ihr jetzt zu schaffen macht, h\u00e4ngt auch mit der totalen Konzentration auf das Grossereignis des letzten Jahres zusammen. Auch wenn sich Dahlmeier bei ihrer Trekkingtour in Georgien so gut wie m\u00f6glich abseits vom hektischen Sommergetriebe mit den vielen Empf\u00e4ngen gehalten hat, so konnte sie sich letztlich doch nicht allem entziehen. Ihr empfindlicher Organismus steckt selbst kleinste Abweichungen nicht mehr weg. Auch deshalb fehlt sie derzeit. Dennoch muss man sich vermutlich weder bei Dahlmeier noch bei Fourcade gr\u00f6ssere Sorgen machen. Sie werden auch in Zukunft wieder ihre Klasse demonstrieren k\u00f6nnen. Nur die Pausen dazwischen werden vermutlich immer gr\u00f6sser werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Foto: Matthias Schrader<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einmal in vier Jahren. Eine Chance, vielleicht zwei, um in die olympische Geschichte einzugehen. Anonyme Umfragen unter Sportlern haben zum Teil bedenkliche Resultate gebracht. 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