{"id":2523,"date":"2021-03-19T09:33:20","date_gmt":"2021-03-19T09:33:20","guid":{"rendered":"https:\/\/wintersport.news\/?p=2523"},"modified":"2021-03-19T09:34:25","modified_gmt":"2021-03-19T09:34:25","slug":"vertrauen-auf-haende-und-gefuehl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/vertrauen-auf-haende-und-gefuehl\/","title":{"rendered":"Vertrauen auf H\u00e4nde und Gef\u00fchl"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fritz Hinteregger ist bei Norwegens Biathleten Phyisiotherapeut \u2013 aber eigentlich viel mehr<\/strong><\/p>\n<p>Wer kann schon von sich sagen, dass er im Alter von 56 aussieht, als w\u00e4re er zehn Jahre j\u00fcnger und f\u00fchle sich wie Anfang 40? Fritz Hinteregger kann das. Deshalb m\u00fcsste er eigentlich \u201eFelix\u201c hei\u00dfen \u2013 der Gl\u00fcckliche! Seit 15 Jahren ist der Mann mit dem charmanten S\u00fcdtiroler Akzent als Physiotherapeut im Team der Norweger dabei, aber eigentlich ist die Berufsbezeichnung irref\u00fchrende, Hinteregger ist \u2013 wie viele seiner Zunft \u2013 die gute Seele der Mannschaft. Denn die Jungs liegen bei ihm nicht nur auf der Pritsche, um die m\u00fcden Muskeln zu lockern oder Wehwehchen zu kurieren. Fritz Hinteregger ist auch der Mann f\u00fcr\u2019s Gem\u00fct, kennt so manches Geheimnis seiner Sch\u00fctzlinge, das nicht einmal Frau, Freundin und schon gar nicht die Trainer erfahren und manchmal kann er auch daf\u00fcr sorgen, dass die eine oder andere Information diskret an die richtige Stelle gelangt. Oder eben auch geheim bleibt. Hauptberuflich aber ist der S\u00fcdtiroler der Mann mit den heilenden H\u00e4nden und damit ein Mosaiksteinchen des Erfolgs der Skandinavier.<\/p>\n<p>Angefangen aber hat alles an der Eisrinne, denn Hinteregger arbeitete zu Beginn seiner Laufbahn bei Italiens Rennschlittensportlern, betreute Champions wie Olympiasieger Armin Z\u00f6ggeler. Anschlie\u00dfend war er beim italienischen Biathlonteam dabei, ehe der Superstar der Sportart, Ole Einar Bj\u00f6rndalen, in sein Leben trat. Mit \u201eMister Biathlon\u201c ist Hinteregger noch heute freundschaftlich verbunden und kommt die Rede auf den Norweger, ger\u00e4t der b\u00e4rtige Mann mit den goldenen H\u00e4nden fast ein wenig ins Schw\u00e4rmen. \u201eDer Ole Einar war so ein bisschen wie Michael Schumacher in der Formel 1. Er war Perfektionist und hatte unglaublich viel Gef\u00fchl. Deshalb kamen vom ihm immer extrem konkrete R\u00fcckmeldungen, welche Anwendungen wie wirken. Das hat unglaublich geholfen.\u201c, erkl\u00e4rt der erfahrene Physiotherapeut fast ein bisschen mit Stolz in der Stimme. Im aktuellen Kader k\u00e4me Johannes Tignes Boe Gro\u00dfmeister Bj\u00f6rndalen am n\u00e4chsten. Aber, so f\u00fcgt Hinteregger sofort hinzu, einen speziellen Liebling gebe es f\u00fcr ihn nicht.<\/p>\n<p>Das Erfolgsgeheimnis der Norweger ist seiner Meinung nach eigentlich gar kein Geheimnis. Vielmehr sei das gute Klima in der Mannschaft ein Faktor, die gute Zusammenarbeit zwischen Sportlerinnen und Sportlern, Trainern, Technikern und dem gesamten Umfeld ein weiterer und nat\u00fcrlich die Tatsache, dass innerhalb der Mannschaft ein extremer Leistungsanspruch herrsche. \u201eAnderswo war es ein Ziel, in die Nationalmannschaft zu kommen. War man drin \u2013 Ziel erreicht. Bei den Norwegern ist der Leistungsdruck ein anderer, weil immer wieder gute Leute aus dem Nachwuchs nachr\u00fccken.\u201c Au\u00dferdem seien Top-Leistungen das Mittel, um wirtschaftlich ebenfalls erfolgreich zu sein. Das pr\u00e4ge! Und die Ger\u00fcchte vom vielen Geld, dass Norwegens Skiverband f\u00fcr seine Sch\u00fctzlinge aufbringen w\u00fcrde, sei eher eine Fabel. Bestes Beispiel ist das Saisonfinale in \u00d6stersund: \u201eWir schlafen in Jugendherbergen, haben eine K\u00f6chin mit \u2013 und das war es auch schon. Trotzdem gibt es keine schlechte Stimmung. Auch Weltmeister und Olympiasieger k\u00f6nnen ihre Bettdecken am Morgen alleine aufsch\u00fctteln.\u201c Anderswo sei die Laune schon schlecht gewesen, wenn es statt einem 4-Sterne-Hotel nur eine 3-Sterne-Herberge gegeben h\u00e4tte, schmunzelt Hinteregger.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2525 aligncenter\" src=\"https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Fritz.jpg\" alt=\"\" width=\"686\" height=\"690\" srcset=\"https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Fritz.jpg 686w, https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Fritz-150x150.jpg 150w, https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Fritz-298x300.jpg 298w, https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Fritz-370x372.jpg 370w, https:\/\/wintersport.news\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Fritz-90x90.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 686px) 100vw, 686px\" \/><\/p>\n<p>Keine Erkl\u00e4rung hat der S\u00fcdtiroler dagegen f\u00fcr seine Beliebtheit bei Sportlern und Kollegen. Er mache halt seinen Job, erkl\u00e4rt er bescheiden. Dass er sich dabei zwar offen f\u00fcr alle innovativen Ideen zeigt, dennoch aber vorzugsweise auf die eigenen Erfahrungen zur\u00fcckgreift, ist kein Geheimnis. \u201eIch vertraue in erster Linie meinen H\u00e4nden und meinem Gef\u00fchl.\u201c, sagt er bestimmt. Maschinelle Hilfe sei sein Ding dagegen nicht, nat\u00fcrliche Bewegung das Beste. S\u00e4tze wie: \u201eWer wieder eine Treppenstufe steigen kann, sollte dies tun und nicht zwingend den Stepper nutzen!\u201c geh\u00f6ren zu seinem Credo. Und: \u201eBei mir gibt es maximal Arnika-Salbe und nicht 1.000 P\u00fclverchen.\u201c Dagegen ist die so genannte Rolfing-Technik bei ihm einer der Favoriten. Dabei wird viel an den Faszien gearbeitet, das dient der schnelleren Regeneration.<\/p>\n<p>Solange der Job Spa\u00df macht, gesundheitlich alles passe und er so tolle Jungs betreuen k\u00f6nne, wolle er weitermachen \u2013 diese Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen, fragt man nach einem m\u00f6glichen Karriere-Ende. Dann aber f\u00fcgt er hinzu, dass die vielen Reisen schon zu einer gewissen Erm\u00fcdung f\u00fchren w\u00fcrden. Andererseits sei es sch\u00f6n, viele Ecken der Welt kennenlernen zu k\u00f6nnen. Und au\u00dferdem halte ihm seine Frau den R\u00fccken frei \u2013 das sei mit am Wichtigsten. Entspannung findet Fritz Hinteregger daheim im Bio-Olivenhain und dem Weingarten in den Marchen, dort betreibt er n\u00e4mlich mit seiner Frau einen kleinen Biohof. Das R\u00fcckzugsterrain ist noch Hobby, vielleicht aber irgendwann mehr. Denn augenzwinkernd verr\u00e4t Fritz dann doch noch ein Geheimnis. \u201eDer Johannes Tignes Boe und ich \u2013 wir wollen gemeinsam in Antholz aufh\u00f6ren!\u201c Hoffentlich nicht so bald!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Titelbild: K.Voigt Fotografie<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fritz Hinteregger ist bei Norwegens Biathleten Phyisiotherapeut \u2013 aber eigentlich viel mehr Wer kann schon von sich sagen, dass er im Alter von 56 aussieht, als w\u00e4re er zehn Jahre j\u00fcnger und f\u00fchle sich wie Anfang 40? Fritz Hinteregger kann das. Deshalb m\u00fcsste er eigentlich \u201eFelix\u201c hei\u00dfen \u2013 der Gl\u00fcckliche! Seit 15 Jahren ist der [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3,"featured_media":2524,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,30],"tags":[],"class_list":["post-2523","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blog","category-blog_wintersport_insights"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wintersport.news\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wintersport.news\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wintersport.news\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wintersport.news\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wintersport.news\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2523"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/wintersport.news\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2527,"href":"https:\/\/wintersport.news\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2523\/revisions\/2527"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wintersport.news\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2524"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wintersport.news\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wintersport.news\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wintersport.news\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}