{"id":1945,"date":"2020-12-29T08:05:05","date_gmt":"2020-12-29T08:05:05","guid":{"rendered":"https:\/\/wintersport.news\/?p=1945"},"modified":"2020-12-29T08:05:05","modified_gmt":"2020-12-29T08:05:05","slug":"alles-auf-anfang-zur-69-auflage-der-vierschanzentournee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/alles-auf-anfang-zur-69-auflage-der-vierschanzentournee\/","title":{"rendered":"Alles auf Anfang zur 69. Auflage der Vierschanzentournee"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich haben sie in Oberstdorf in Sachen Skispringen alles erlebt. Das begann schon, als die Tournee noch in den Kinderschuhen steckte. Denn im ersten Jahr \u2013 die Erinnerung daran ist l\u00e4ngst verblasst \u2013 da begann das Spektakel rund um den Jahreswechsel gerade nicht im Allg\u00e4u, sondern in Partenkirchen. Erst dann ging es auf die Schattenbergschanze, es folgten Innsbruck und Bischofshofen. Ab der zweiten Tournee wurde dann in der Reihenfolge gesprungen, die wir bis heute kennen. Oberstdorf war also 1953 gleich 2x Tourneeort \u2013 auch so ein Novum. Und im Dezember 1953, da sollte wegen des akuten Schneemangels gar nicht gesprungen werden, aber weil man das zu sp\u00e4t kommunizierte, reiste der Springerzirkus dennoch an und wie auf Bestellung hatte Frau Holle ein Einsehen, es schneite nach Weihnachten unaufh\u00f6rlich und am Silvestertag konnte der Wettkampf doch noch stattfinden. Schnee zu beschaffen ist im 21. Jahrhundert nat\u00fcrlich kein Problem mehr. Aber die Saison 2020\/21 stellt Herausforderungen, die es so noch nie gegeben hat in der ruhmreichen Tourneegeschichte. Denn zum ersten Mal in 69 Jahren steckt die Vierschanzentournee in der Blase, zum ersten Mal werden keine Zuschauer an die Schattenbergschanze pilgern, wird das Neujahrspringen ohne Publikum stattfinden, das Amphitheater am Bergisel keine L\u00e4nderspielatmosph\u00e4re verspr\u00fchen und das Dreik\u00f6nigsspringen in Bischofshofen nicht zur Party der \u00d6sterreicher werden. Weil ein Virus grassiert. Weil deshalb neben den ohnehin aufw\u00e4ndigen organisatorischen Notwendigkeiten nun auch noch jede Menge Hygieneregeln zu beachten sind. Weil neue Hotel- und Transportkonzepte aufgestellt und umgesetzt werden mussten, weil Erfordernisse des Sports mit denen der Gesundheits\u00e4mter und Beh\u00f6rden in Bayern, Tirol und Salzburg, in Deutschland und \u00d6sterreich in Einklang gebracht werden m\u00fcssen. Eine Mammut-Aufgabe! Und auch die sportliche Substanz ist vom Virus ber\u00fchrt. Beispiel \u00d6sterreich: Die Co-Gastgeber der Tournee geh\u00f6rten zu den arg gebeutelten Nationen im Skisprungzirkus, der Weltcup war aus Sicht der rot-wei\u00df-roten Adler bisher eine Farce, die Skiflug-WM eine zum Vergessen, Superstar Stefan Kraft beispielsweise geht ohne jeden Weltcuppunkt ins Rennen. Und z\u00e4hlt dennoch zu den Tourneefavoriten. Denn auch das ist klar: Aufgrund der Lage kann man viele Springer nennen, die die Tournee in ihrer 69. Auflage zu ihren Gunsten entscheiden k\u00f6nnen. Da h\u00e4tten wir an erster Stelle nat\u00fcrlich Norwegens derzeitiger \u00dcberflieger Halvor Egner Granerud, der das erste Trimester des Winters dominierte. Da w\u00e4ren Kamil Stoch und Vorjahressieger Dawid Kubacki aus Polen zu nennen, eigentlich! Denn auch die polnischen Springer m\u00fcssen eine Pandemie-Pleite hinnehmen. Auf Grund eines positiven Ergebnisses innerhalb der Mannschaft, wurden alle polnischen Adler von den Beh\u00f6rden in Oberstdorf in Quarant\u00e4ne verwiesen. Aber dann sind da ja noch Graneruds Landsmann Robert Johansson, der Slowene Anze Lanisek, die Japaner und nat\u00fcrlich auch die DSV-Adler, allen voran Markus Eisenbichler, die alle vorne mitmischen m\u00f6chten. Die Deutschen haben eine Rechnung offen, mit den Springen rund um den Jahreswechsel. Denn ihr letzter Tourneesieg liegt inzwischen fast zwei Jahrzehnte zur\u00fcck, es war der legend\u00e4re Grand Slam von Sven Hannawald aus dem Winter 2001\/02. Und weil so vieles neu ist bei der 69. Auflage, da darf nat\u00fcrlich auch bei Gastgeber DSV etwas Neues nicht fehlen, denn zum ersten Mal in der Tourneegeschichte gibt es im Kader eine noch nicht zu kalkulierende Gr\u00f6\u00dfe. Ausgerechnet Skiflugweltmeister Karl Geiger sitzt in Sachen Tourneestart zwischen den St\u00fchlen. Und auch das hat wieder mit COVID 19 zu tun. Geiger wurde kurz nach Ende der Skiflug-WM positiv getestet, musste in Quarant\u00e4ne und verpasste den Weltcup in Engelberg. Eine ordentliche Vorbereitung auf die Tournee war nicht m\u00f6glich, auch keine normalen Weihnachtsfeiertage in der Familie. Ob es f\u00fcr Geiger zum Tourneestart in Oberstdorf reichen wird, muss deshalb kurzfristig entscheiden werden, ob der Oberstdorfer schon wieder in Form ist ebenso. Klar ist \u2013 und wenigstens in diesem Punkt unterscheidet sich die 69. Tournee nicht wesentlich von ihren Vorg\u00e4ngerinnen \u2013 vor dem Start gibt es wieder viel mehr Fragen als Antworten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich haben sie in Oberstdorf in Sachen Skispringen alles erlebt. Das begann schon, als die Tournee noch in den Kinderschuhen steckte. Denn im ersten Jahr \u2013 die Erinnerung daran ist l\u00e4ngst verblasst \u2013 da begann das Spektakel rund um den Jahreswechsel gerade nicht im Allg\u00e4u, sondern in Partenkirchen. 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