{"id":1178,"date":"2020-01-18T12:10:37","date_gmt":"2020-01-18T12:10:37","guid":{"rendered":"http:\/\/wintersport.news\/?p=1178"},"modified":"2020-01-18T12:10:37","modified_gmt":"2020-01-18T12:10:37","slug":"einblicke-in-das-norwegische-team","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wintersport.news\/en\/einblicke-in-das-norwegische-team\/","title":{"rendered":"Einblicke in das norwegische Team"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sigi Heinrich Insights: <\/strong><\/p>\n<p>Die gute, ja eigentlich die allerbeste und allersch\u00f6nste Nachricht die es gibt, l\u00e4sst das eher schwache Abschneiden der Norweger beim Sprint in Ruhpolding weit in den Hintergrund r\u00fccken: Johannes Thingnes Boe ist \u00a0vor drei Tagen Papa geworden. Die n\u00e4chste Generation hat also das Licht der Welt erblickt. Ob der kleine Gustav \u00a0eines Tages mal seinem Papa nacheifern wird, steht nat\u00fcrlich in den Sternen. Aber auch ohne ihn \u00a0ist es um den Nachwuchs in Norwegen \u00a0in den n\u00e4chsten Jahren gut bestellt. Mehr als in allen anderen Nationen r\u00fccken im Weltcup junge Athleten nach wie Johannes Dale und Alexsander Fjeld Anderson. Beide sind erst 22 Jahre alt. Dale geh\u00f6rt bereits zur ersten Garde, Andersen durfte nach seinen Siegen beim IBU-Cup einen kurzen Abstecher zum Weltcup machen. Kommt Johannes Thingnes Boe zur\u00fcck, vielleicht schon beim Weltcup in Slowenien (dar\u00fcber denkt er gerade nach) wird wohl Andersen seinen Platz wieder verlieren. F\u00fcr die Norweger ist das selbstverst\u00e4ndlich. Die Kriterien, um im Weltcupteam eingesetzt zu werden, sind klar umrissen. Wer den Eindruck hinterl\u00e4sst, er k\u00f6nne nicht in die absolute Spitze vorsto\u00dfen, sieht sich \u00fcber kurz oder lang wieder in der zweiten Wettkampfserie wieder. Das Wartezimmer f\u00fcr den Weltcup ist prall gef\u00fcllt in Norwegen.<\/p>\n<p>In erster Linie h\u00e4ngt das auch damit zusammen, dass Langlauf in Norwegen mehr ist als nur ein Sport. Langlauf ist ein kulturelles Gut. Wenn Norweger sagen, sie gehen jetzt Skilaufen, dann meinen sie ausschlie\u00dflich Langlauf. Und meist ist dann die ganze Familie unterwegs. In Oslo geh\u00f6ren Langl\u00e4ufer in der Stra\u00dfenbahn, die zum Holmenkollen hinauf f\u00fchrt, zum Alltag. Die sperrigen Ski st\u00f6ren niemand. Langl\u00e4ufer sind Helden in Norwegen, mehr noch als Biathleten, die sich freilich in den letzten Jahren auch ihren Platz in der Publikumsgunst gesichert haben. Das frische und sehr sympathische Auftreten der gesamten Mannschaft tr\u00e4gt viel dazu bei.<\/p>\n<p>Auch an Wettk\u00e4mpfen herrsch kein Mangel. Beim Norwegen-Cup sind regelm\u00e4\u00dfig mehr als 500 Teilnehmer aller Altersklassen am Start. Einige wollen und k\u00f6nnen sich \u00a0dort f\u00fcr den IBU-Cup qualifizieren, andere einfach nur in einem Wettbewerb ihren Leistungsstand ausloten. Am Ende des Winters gibt es dann jedes Jahr einen \u00a0Massenauflauf beim \u201eBarna Liatoppen Skiskytterfestival\u201c mit \u00fcber 2000 Langl\u00e4ufern.\u00a0 Aus der Masse heraus rekrutiert sich die Klasse, wobei den Norwegischen Spitzenathleten fast g\u00e4nzlich ein soziales Netz fehlt. Neidisch blicken sie nach Deutschland, \u00a0Italien oder \u00d6sterreich, wo fast alle Athleten und Athletinnen abgesichert sind durch Positionen in \u00f6ffentlichen Beh\u00f6rden. Bei ausbleibendem Erfolg ist das Grundgehalt nie in Frage gestellt. Die norwegischen Asse haben k\u00f6nnen davon nur tr\u00e4umen. Sie erhalten keinerlei staatliche Unterst\u00fctzung. Wollen sie von ihrem Sport leben, m\u00fcssen sie erfolgreich sein. Aus dieser Situation heraus erw\u00e4chst eine ungeheure Motivation und Leistungsbereitschaft. Und so ist es kein Zufall, dass im Biathlon sowohl bei den M\u00e4nnern als auch bei den Frauen Norwegen in der Nationenwertung f\u00fchrt. Unangefochten wie schon in den vergangenen Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Picture: K. Voigt Fotografie<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sigi Heinrich Insights: Die gute, ja eigentlich die allerbeste und allersch\u00f6nste Nachricht die es gibt, l\u00e4sst das eher schwache Abschneiden der Norweger beim Sprint in Ruhpolding weit in den Hintergrund r\u00fccken: Johannes Thingnes Boe ist \u00a0vor drei Tagen Papa geworden. Die n\u00e4chste Generation hat also das Licht der Welt erblickt. 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